Dr. Bernhard H. Bayerlein


Historiker und Romanist, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Autor historischer, politikwissenschaftlicher und iberischer Studien
Internationale Kommunismusforschung und Archivprojekte

Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen

Die "Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen" hat die Aufgabe, die umfassende Erforschung der deutsch-russischen bzw. deutsch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert zu fördern. Dies geschieht durch gemeinsame Erörterung einschlägiger Themen, durch Initiierung, Begleitung und Unterstützung von Forschungsprojekten sowie durch Beratung und Unterstützung interessierter Wissenschaftler. Die Kommission will dazu beitragen, den Zugang zu den entsprechenden Archivalien für wissenschaftliche Zwecke zu erleichtern. Sie geht auf eine Initiative des deutschen Bundeskanzlers und des russischen Präsidenten aus dem Jahre 1993 zurück. Sie wurde 1997 gegründet und hat mit ihrer konstituierenden Sitzung im Januar 1998 ihre Arbeit aufgenommen.

Mitglieder der Kommission sind auf beiden Seiten je neun angesehene Historiker sowie je drei leitende Vertreter der Archivverwaltungen. Bei ihren ersten beiden Sitzungen 1998 und 1999 hat sich die Kommission auf die folgenden Themenschwerpunkte verständigt: deutsch-russische/sowjetische Beziehungen im Zeitalter der beiden Weltkriege 1914-1945, die sowjetische Militäradministration in Deutschland 1945-1949, die deutsche Frage und die deutsch-sowjetischen Beziehungen 1945-1970. Ein wichtiger Fortschritt konnte im Mai/Juni 2000 erreicht werden, als mit Unterstützung der Kommission ein bilaterales Dokumentations- und Forschungsprojekt zur schrittweisen Erschließung der Akten der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) vereinbart wurde. Schulbücher spielen für nationale Geschichtsbilder eine enorm wichtige Rolle. In Deutschland hat das eigens zu diesem Zweck gegründete Georg-Eckert-Institut Pionierarbeit für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Konzeption von Schulbüchern geleistet. Die Überprüfung der Geschichtsbücher für den Schulunterricht soll ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Kommission werden.

Projekte der Kommission (Auszug)

Die Einwirkung der Komintern auf das westeuropäische Parteiensystem

Projektleiter: Hermann Weber
Mitarbeiter/innen: Bernhard H. Bayerlein
Finanzierung: BMI
Laufzeit: 1999 bis 2007
Status: laufend
Links: Report | Research Programme Text | Publikationen | Konferenzpräsentationen

 

Inhaltliche Angaben zum Projekt

 

Fragestellung/Ziel: Die 1998 gegründete deutsch-russische Historikerkommission hat die Erforschung der Kommunistischen Internationale (Komintern, 1919-1943) zu einem ihrer Hauptuntersuchungsgegenstände erklärt. In diesem Rahmen wird im Mannheimer Projekt die Einflußnahme der Komintern (und damit der sowjetischen Außenpolitik) auf die parlamentarischen Systeme Westeuropas am Beispiel der Kommunistischen Parteien ("Sektionen" der Komintern) in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden in der Zeit von 1924 bis 1927 untersucht.
Das Projekt ist in vier Teilprojekte untergliedert:

 

  • Teilprojekt 1: Der Thälmann-Skandal 1928/1929 und die Stalinisierung des deutschen und internationalen Kommunismus (beendet).
     
  • Teilprojekt 2: Der deutsche Oktober 1923. Ein Revolutionsplan für Europa und sein Scheitern (beendet).
     
  • Teilprojekt 3: Komintern und Kommunistische Parteien, Stalin-Hitler-Pakt und Zweiter Weltkrieg (beendet).
     
  • Teilprojekt 4: Kommunistische Partei Deutschlands, Kommunistische Partei der Sowjetunion und die Komintern 1919-1943 (laufend).

 


Datenart: Archivalische Quellen, vor allem im Komintern-Archiv, Moskau
Geographischer Raum: Sowjetunion, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande